Was macht das trojanische Pferd in den Touristenorten?
- Horst

- 9. Juli 2025
- 1 Min. Lesezeit
Ich sitze auf meinem Fahrrad und genieße die Fahrt durch diese wunderschöne Landschaft. Radle durch ein Dorf nach dem anderen - aber da scheint niemand zu sein. Buchstäblich niemand. Die Straßen sind wie leergefegt, als hätte jemand vergessen, Menschen in diese Umgebung zu pflanzen und dann zu düngen. Ich passiere eine leere Bushaltestelle. Ich schaue in die Fenster der Häuser - manche Gardinen bewegen sich, aber Menschen sehe ich keine. Es ist, als wenn ich durch eine Parallelwelt fahren würde. Die Statistik sagt: hier in Brandenburg 87, in Mecklenburg-Vorpommern 70 Menschen pro Quadratkilometer. Ich rechne nach - das ist fast dreimal weniger als der deutsche Durchschnitt von 236. Und überall stehen am Ortseingang und am Ortsende diese Schilder:
"Staatlich anerkannter Erholungsort"
Mein verstorbener Freund Uwe würde sagen: " Hier möchte ich nicht als Plakat an der Wand hängen.
Und plötzlich ist da ein trojanisches Pferd

Und dann verstehe ich, diesmal sollen nicht Krieger in den Kampf ziehen, sondern diesmal sollen Touristen aus dem Bauch des trojanischen Pferdes in staatlich anerkannte Erholungsorte gebracht werden. Ob das klappt, sei dahingestellt aber wir sind mit gutem Beispiel vorangegangen und haben erst mal den Weg durch das trojanische Pferd brav absolviert. (Habe vorsichtshalber die "Ich-Form" gewählt, glaube aber, dass Tom das ähnlich sieht.)

Als wir dann in Waren angekommen sind da mussten wir feststellen hier hat es unglaublich gut geklappt. Der Tourismus quillt aus allen Löchern. Hier hat das trojanisches Pferd eine sagenhafte Leistung vollbracht. Vielleicht war es sogar zu erfolgreich.



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